Kaum ein Kinderlied bringt Erwachsene so schnell zum Mitsingen wie „Die Affen rasen durch den Wald“. Doch hinter dem Ohrwurm mit der gestohlenen Kokosnuss steckt mehr als nur ein alberner Text – das Lied ist ein Stück deutscher Jugendkultur und sorgt seit Jahren für Diskussionen.

Erstveröffentlichung: 1950er Jahre in Liederbüchern von Jugendgruppen ·
Bekanntheit: Eines der bekanntesten deutschen Kinderlieder ·
Textumfang: 4 Strophen mit Refrain ·
Besonderheit: Enthält die Zeile „der eine macht den andern kalt“ (Gewalt im Kinderlied)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Komponist und Texter sind nicht dokumentiert
  • Ob das Lied auf einer älteren mündlichen Tradition beruht
  • Die genaue geografische Herkunft (Deutschland, Österreich oder Schweiz)
3Zeitleisten-Signal
  • 1950er: Erste veröffentlichte Liederbücher
  • 1960er–1970er: Verbreitung in Schulen und Kindergärten
  • 2000er: Kritik an Gewaltdarstellung setzt ein
4Wie es weitergeht

Sechs Fakten auf einen Blick – von der Entstehungszeit bis zur Bekanntheit:

Merkmal Wert
Entstehungszeit 1950er Jahre
Komponist Unbekannt (Volkslied)
Textautor Unbekannt (Volkslied)
Genre Kinderlied / Volkslied
Länge ca. 4 Strophen plus Refrain
Bekanntheit Sehr hoch im deutschsprachigen Raum

Woher kommt das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“?

Die erste dokumentierte Veröffentlichung

Das Lied tauchte erstmals in Liederbüchern konfessionsgebundener Jugendgruppen der 1950er Jahre auf. Das Kinderliedergarten – Archiv für Kinderlieder führt den Erstnachweis auf diese Periode zurück. Die Verbreitung erfolgte über Pfadfinder- und Jugendgruppen, lange bevor das Lied Eingang in Schulbücher fand.

Einordnung als Volkslied

Weil Autor und Komponist nicht bekannt sind, wird das Lied als traditionelles Volkslied geführt. Der Liedforscher Gottfried Künzel in der Süddeutschen Zeitung bezeichnete es als „etwas rüden, zum Grölen tendierenden Hordengesang“ – eine Einschätzung, die den rauen Ton des Textes unterstreicht.

Verbreitung in Jugendgruppen der 1950er

Die genaue geografische Herkunft ist nicht gesichert. Aufzeichnungen aus Kirchengruppen und Jugendverbänden deuten auf eine deutschlandweite Verbreitung hin. Eine Verankerung in Österreich oder der Schweiz ist möglich, aber nicht belegt.

Das Muster: Ein Lied ohne festen Geburtsort, das über Jahrzehnte mündlich und in Heften wanderte – erst die Druckausgaben der 1950er machten es greifbar. Die Folge: Heute ist es in kaum einer deutschen Kinderliedersammlung wegzudenken.

Wer hat das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“ geschrieben?

Anonyme Urheberschaft

Komponist und Texter sind nicht namentlich bekannt. Die Quellenlage bei Kinderliedergarten – Archiv für Kinderlieder bestätigt: Es gibt keine gesicherten Hinweise auf eine Einzelperson. Das Lied wird deshalb als traditionelles Volkslied eingeordnet – ein Status, den es mit unzähligen anderen deutschen Kinderliedern teilt.

Mögliche Quellen und Einflüsse

Einige Forscher vermuten Einflüsse aus älteren Scherz- und Trinkliedern, doch direkte Vorläufer fehlen. Die Süddeutsche Zeitung – Kulturressort berichtete 2022 im Kontext einer Rassismus-Debatte, dass das Lied ohne Autor als traditionslos gelten müsse – was die Diskussion um seine Inhalte erschwert.

Der Trade-off: Weil niemand die Urheberschaft reklamiert, kann auch niemand für die Textzeilen geradestehen. Das macht die pädagogische Einordnung nicht leichter.

Wie lauten der Text und die Bedeutung des Liedes?

Vollständiger Liedtext mit allen Strophen

Der Text umfasst vier Strophen und einen wiederkehrenden Refrain. Die verbreitete Version, dokumentiert bei liedli.ch – Schweizer Liederarchiv, beginnt mit der bekannten Zeile:

  • „Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt.“
  • Refrain: „Wo ist die Kokosnuss? Wer hat die Kokosnuss geklaut?“
  • Die Affenmama sitzt am Fluss und angelt nach der Kokosnuss (GitarreHamburg – Noten-PDF).

Bedeutung der einzelnen Textpassagen

Die Handlung ist absurd: Eine Affenbande rast durch den Wald, einer tötet den anderen – aber alle suchen nur eine Kokosnuss. Der Liedforscher Künzel sieht darin „Hordengesang“ mit aggressivem Unterton. Die Kinderpsychologinnen.at – Studie zu Kinderliedern nennen es ein Beispiel für alte Lieder, die heute kritisch geprüft werden müssen.

Die Rolle der Kokosnuss

Die Kokosnuss fungiert als zentrales Motiv – der ganze Konflikt entzündet sich an ihrem Verschwinden. Sie ist zugleich Komik und Treiber der Handlung. Ohne Kokosnuss gäbe es kein Lied.

Die Pointe: Ein Kinderlied, das mit Tod und Diebstahl spielt, aber den Lachreiz einer tropischen Nuss auslöst. Das ist die Mischung, die Generationen fasziniert und Pädagogen ratlos zurücklässt.

Wie spielt man „Die Affen rasen durch den Wald“ auf der Gitarre?

Akkorde und Griffmuster

Das Lied ist mit den Akkorden G, C und D spielbar – Grundakkorde, die Anfänger nach wenigen Wochen beherrschen. Ein Tutorial von Gitarrenbeginner – Anfängerportal zeigt eine vereinfachte Version. Ein weiteres PDF von GitarreHamburg – Noten-Archiv führt die Begleitung in C-Dur auf.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Anfänger

  1. Stimme die Gitarre auf Standardstimmung (E-A-D-G-H-E).
  2. Lerne die Akkorde G (3. Bund), C (1. Finger oben) und D (2. Bund).
  3. Schlage einen einfachen 4/4-Takt: unten-unten-oben-oben-unten.
  4. Wechsle pro Akkord zwei Takte lang – der Refrain bleibt durchgängig.

Alternative Begleitungen

Fortgeschrittene können einen Folk-Rhythmus mit Betonung auf der 2 und 4 versuchen. Die Ressource von Gitarre Extrem – Notenarchiv bietet eine notationstreue Version für den Schulgebrauch.

Der Haken

Anfänger scheitern oft am schnellen Griffwechsel zwischen G und D – das Lied verlangt Präzision, die bei jungen Spielern Frust auslösen kann. Ein Metronom mit 80 BPM hilft.

Welche Kritik gibt es an dem Lied „Die Affen rasen durch den Wald“?

Gewaltdarstellung im Kinderlied

Die Zeile „der eine macht den andern kalt“ beschreibt unverhüllt einen Tötungsakt. Die Süddeutsche Zeitung – Kulturredaktion thematisierte 2022, ob Kinderlieder wie dieses rassistische Stereotype transportieren – die Affen werden als gewalttätige Bande dargestellt. Die Kinderpsychologinnen.at – kinderpsychologische Studie fordern eine Überprüfung alter Texte auf ihre heutige Wirkung.

Pädagogische Einordnung

Befürworter heben den humorvollen, absurden Charakter hervor: Die Übertreibung mache die Gewalt lächerlich und damit kindgerecht. Das Bayerische Staatsministerium – Schulmusik-Sammlung führt das Lied weiterhin als geeignet für den Musikunterricht – ein Zeichen, dass es offiziell nicht geächtet ist.

Vergleich mit anderen umstrittenen Kinderliedern

Andere Klassiker wie „Auf der Mauer, auf der Lauer“ oder „Zehn kleine Negerlein“ wurden bereits umgedichtet oder aus Lehrplänen gestrichen. Die Debatte um „Die Affen rasen durch den Wald“ ist weniger laut, aber strukturell ähnlich: Ein Lied aus einer anderen Zeit trifft auf heutige Sensibilitäten.

Der Kern: Die pädagogische Kontroverse wird sich nicht von selbst auflösen – sie zwingt Eltern und Erzieher zu einer bewussten Entscheidung.

Das Paradox

Kinder singen begeistert von toten Affen, während Erwachsene sich fragen, ob das noch harmlos ist. Der Liedforscher Künzel nannte es „Hordengesang“ – aber vielleicht ist genau das der Grund, warum es im Gedächtnis bleibt.

„Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt.“

liedli.ch – traditionelle Textfassung

„Ein etwas rüder, zum Grölen tendierender Hordengesang.“

Gottfried Künzel, Liedforscher – Süddeutsche Zeitung

Zeitleiste: Die Geschichte des Liedes

  • 1950er Jahre: Erster Nachweis in Liederbüchern konfessionsgebundener Jugendgruppen
  • 1960er–1970er: Verbreitung in Kindergärten und Schulen
  • 2000er: Aufkommen von Kritik an der Gewaltdarstellung in Kinderliedern
  • Heute: Weiterhin populär, aber zunehmend pädagogisch hinterfragt

Die Spur: Was als loses Lied in Jugendgruppen begann, wurde zum Schulbuchklassiker – und jetzt zum Prüfstein für pädagogische Grenzen.

Bestätigte Fakten vs. Unklares

Bestätigte Fakten

  • Das Lied tauchte erstmals in den 1950er Jahren in veröffentlichten Liederbüchern auf (Kinderliedergarten – Archiv für Kinderlieder)
  • Der Text ist seit Jahrzehnten unverändert überliefert
  • Die Melodie ist simpel und wird oft mit Akkorden G, C, D begleitet (Gitarrenbeginner – Anfängerportal)

Was unklar ist

  • Wer genau das Lied geschrieben hat – Komponist und Texter sind nicht dokumentiert
  • Ob das Lied auf einer älteren mündlichen Tradition beruht
  • Die genaue geografische Herkunft (Deutschland, Österreich oder Schweiz)

Die Lücke: Vieles ist belegt, aber die Urheberschaft bleibt im Dunkeln. Das ist typisch für Volkslieder – und genau das macht die Kritik so schwierig, weil kein Autor zur Verantwortung gezogen werden kann.

Das Lied wird noch lange in Kinderzimmern erklingen – die Frage ist nur, ob mit oder ohne pädagogische Einordnung. Für Eltern und Erzieher im deutschsprachigen Raum ist der Weg klar: Das Lied erklären, statt es zu verbieten – oder bei Unbehagen zu Alternativen greifen, die ohne Gewalt auskommen.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Strophen hat das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“?

Das Lied hat vier Strophen. Jede Strophe endet mit dem Refrain „Wo ist die Kokosnuss? Wer hat die Kokosnuss geklaut?“.

Gibt es eine Version des Liedes auf Englisch?

Eine offizielle englische Übersetzung existiert nicht. Einige YouTube-Kanäle bieten inoffizielle Übertragungen an, die den Handlungsbogen nachempfinden.

Ist das Lied urheberrechtlich geschützt?

Nein, weil Komponist und Texter unbekannt sind, gilt es als traditionelles Volkslied und ist gemeinfrei. Das Bayerische Staatsministerium führt es als solches in seinen Schulmaterialien.

Welche Alternativtexte gibt es zu dem Lied?

In pädagogischen Kontexten werden manchmal umgedichtete Versionen verwendet, die auf die Gewaltdarstellung verzichten – etwa die Streichung der Tötungszeile. Eine einheitliche Alternativversion hat sich nicht durchgesetzt.

Auf welchen Alben oder Streamingdiensten ist das Lied verfügbar?

Das Lied ist auf Spotify, YouTube Music und Amazon Music in zahlreichen Kinderliedersammlungen enthalten. Ein bekannter Anbieter ist der Kanal „Kinderlieder zum Mitsingen“.

Wird das Lied heute noch in Kindergärten gesungen?

Ja, aber mit abnehmender Tendenz. Viele Erzieher entscheiden sich bewusst für oder gegen das Lied, je nach pädagogischer Haltung zur Gewaltthematik.